Sicherheitsbrücke
Armenien und der Iran
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Abstract
Armenien ist in prekärer geopolitischer Lage. Aserbaidschan stellt im Verbund mit der Türkei auch nach dem Sieg im Zweiten Karabachkrieg und der Vertreibung der dort siedelnden Armenier territoriale Forderungen. Der einstige Bündnispartner Russland ist geschwächt. Die Regierung in Erevan hat eine „Westwende“ vollzogen, die Beziehungen zur EU werden enger. Doch sicherheitspolitisch hat Brüssel wenig zu bieten. Ernsthaftes Interesse an einer Gegenmachtbildung gegen die Achse Baku-Ankara hat nur der Iran. Infrastrukturprojekte mit dem südlichen Nachbarn sind für Armenien seit der Unabhängigkeit von 1991 von großer Bedeutung. Nun sind die USA als Vermittler zwischen Baku und Erevan aufgetreten. Finden die externen Mächte einen Ausgleich, kann Armenien zu jener „Kreuzung des Friedens“ werden, von der der Ministerpräsident spricht. Andernfalls steht das Land erneut vor einem Scherbenhaufen.
(Osteuropa 10/2025, S. 135144)


