Titelbild Osteuropa 1-2/2026

Aus Osteuropa 1-2/2026

Machtwechsel in Ungarn
Die Parlamentswahlen vom 12. April 2026

Ellen Bos


Abstract in English

Abstract

In Ungarn hat sich ein politisches Erdbeben an der Wahlurne ereignet. Nach sechzehnjähriger Herrschaft wurde Viktor Orbáns Partei Fidesz abgewählt. Sieger ist Péter Magyar, der mit der Partei Tisza eine Zweidrittelmehrheit erzielte. Magyars Sieg speiste sich aus der Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der wirtschaftlichen Lage sowie der wachsenden Empörung über Missstände im Gesundheits- und Sozialsystem und die Selbstbereicherung des Fidesz. Magyar führte zudem einen klugen Wahlkampf. Er griff die Sorgen der kleinen Leute in der Provinz auf und präsentierte sich im strukturkonservativen Ungarn als authentischer Konservativer. Zugute kamen ihm sein Charisma, seine Kommunikationsfähigkeit und seine intimen Einblicke in Orbáns Machtsystem. Magyar und Tisza müssen weitgehende Reformen in der Innenpolitik angehen und Ungarn neu in Europa verorten.

(Osteuropa 1-2/2026, S. 43–64)