„Es gilt das geschriebene Wort“
Qualitätsjournalismus im Zeitalter der Beschleunigung
Erik Tabery, Alexander Cammann
Abstract in English
Abstract
Die Lage der Qualitätszeitungen in Tschechien und Deutschland ist ähnlich, unabhängig davon, ob es sich um das wichtigste liberale Wochenblatt "Respekt" handelt, das sich wirtschaftlich gerade so über Wasser halten kann, oder um die größte Wochenzeitung Europas, DIE ZEIT, die auch wirtschaftlich erfolgreich ist. Zu diesem Ergebnis kommen der Chefredakteur Erik Tabery (Prag) und der Feuilleton-Redakteur Alexander Cammann (Berlin). Die Zeitungen stehen unter permanentem Modernisierungsdruck, arbeiten unter dem Diktat höchster Beschleunigung, die von Social Media und Onlinejournalismus getrieben wird. Längere gründliche und milieuübergreifende Debatten finden kaum mehr statt. Der Siegeszug des Audiovisuellen zwingt auch Printjournalisten zu Podcasts und Videoformaten. Doch das geschriebene Wort bietet mehr Tiefe und eröffnet einen besonderen Reflexionsraum. Allerdings bedarf es dazu der Menschen, die lesen können und das Reflektieren beherrschen.
(Osteuropa 5-6/2026, S. 6170)


