Nepski-Prospekt und russisches Oxford
Berlin und Prag als Ziele des „russischen“ Exils
Abstract in English
Abstract
Karl Schlögel und Lukáš Babka blicken zurück auf die Emigration aus dem russländischen Völkerreich. Von den etwa zwei Millionen Menschen, die ihrer Heimat wegen der Revolution 1917 und der Verfolgung durch die Bolschewiki den Rücken kehrten, suchten allein 360 000 Zuflucht in Berlin, Zehntausende in Prag und bildeten dort lebendige kulturelle und politische Milieus. Weder Berlin noch Prag waren allerdings in der Lage, die Angehörigen der großen Emigration dauerhaft zu integrieren, etliche zogen weiter nach Frankreich und in die USA. Die Millionen Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine und die politisch Verfolgten aus Russland, die sich heute in der EU aufhalten, verleihen dem Thema Flucht, Emigration und Exil eine ungeheure Aktualität. Wieder sind Berlin und Prag Zentren der Emigration. Doch die Unterschiede zwischen gestern und heute sind beträchtlich.
(Osteuropa 5-6/2026, S. 3144)


