„Reifes Ehepaar“?
Eine gelassene Beziehung ohne Pathos der Völkerfreundschaft
Adéla Gjuričová, Martin Schulze Wessel
Abstract in English
Abstract
Die Direktorin des tschechischen Instituts für Zeitgeschichte, Adéla Gjuričová, und der Münchner Osteuropahistoriker Martin Schulze Wessel schauen auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der deutsch-tschechischen Konfliktgemeinschaft. Sie schildern, wie eine Beziehung, die von Kooperation, Konkurrenz und Dominanz, mehreren Trennungen und einem Rauswurf geprägt war, zu einem europäischen Neben- und Miteinander geworden ist. Beide Gesellschaften haben gelernt, mit der Asymmetrie – zehn Millionen Einwohner hier, achtzig Millionen dort – umzugehen und unbefangen über die einander zugefügten Wunden zu sprechen. Und doch gibt es in der tschechischen Gesellschaft weiter einen Resonanzraum für nationalistische Mobilisierung. Auch eine Rückkehr der Sudetendeutschen Landsmannschaft zu provokanter Geschichtsrhetorik ist nicht ausgeschlossen.
(Osteuropa 5-6/2026, S. 5160)


