Zwischen Hammer und Amboss
Der Streit um den öffentlich-rechtlichen Rundfunk
Abstract in English
Abstract
Der technologische Wandel, die unkontrollierte Macht der globalen Digitalkonzerne sowie der Aufstieg politischer Kräfte, die das Vertrauen in den professionellen Journalismus zu unterminieren versuchen und das gebührenfinanzierte System attackieren – das alles stellt den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Tschechien wie in Deutschland vor enorme Herausforderungen. Der TV-Moderator Václav Moravec kritisiert, das Tschechische Fernsehen agiere wie ein gewinnorientiertes Privatunternehmen, streiche Qualitätssendungen und säge damit am Ast, auf dem es sitzt. Aus Protest gegen eine von oben durchgesetzte politische Pseudoausgewogenheit hat er den Sender verlassen. Der Intendant des Deutschlandradios, Stefan Raue, verteidigt die Vollprogramme und argumentiert, die öffentlich-rechtlichen Sender seien verpflichtet, auch Vertreter einer „gesichert rechtsextremistischen“ Partei einzuladen und zu befragen, solange sie nicht verboten ist.
(Osteuropa 5-6/2026, S. 7184)


