Administrative Strangulierung
Die Wissenschaftsfreiheit in Georgien und die europäische Verantwortung
Nino Doborjginidze, Giga Zedania
Abstract in English
Abstract
In Georgien ist eine Umgestaltung des Hochschulwesens in Gang. Die Regierung gibt Effizienzgründe an, spricht von einer besseren Vorbereitung von Studenten auf den Arbeitsmarkt und von Regionalförderung. Eine genauere Betrachtung zeigt, dass es um etwas anderes geht: Die Zahl der Studienplätze wird reduziert, Studiengänge umverteilt, Einnahmequellen ausgetrocknet, Organisationsstrukturen zersplittert und internationale Kooperation erschwert. Es handelt sich um eine administrative Strangulierung. Georgiens wichtigste Universität ist in ihrer Existenz bedroht, alle anderen sollen ihrer Autonomie beraubt werden. Dem entgegenzuwirken, ist eine europäische Aufgabe. Die EU, die Regierungen der Mitgliedstaaten, die Organisationen der Wissenschaftsförderung, die Hochschulverbünde – alle stehen in der Verantwortung.
(Osteuropa 7/2026, S. 155170)


