Asymmetrische Interdependenz
Die Energiebeziehungen der Ukraine mit Russland nach dem Ende der Sowjetunion
Abstract in English
Abstract
Der Erdgashandel zwischen der Ukraine und Russland war nach dem Ende der Sowjetunion insbesondere in den 2000er Jahren von Konflikten geprägt. Da die Ukraine auf Erdgas aus Russland angewiesen war und zugleich als wichtiges Transitland fungierte, hatten beide Seiten ein Blockadepotenzial. Dies führte anders als im Ölhandel mehrfach zu Krisen, die beide Seiten zu einer Entflechtung veranlassten. Russland verlagerte den Gasexport auf die Pipelines Nord Stream und TurkStream, die Ukraine stellte den Erdgasimport aus Russland ein. Da beide Seiten ihre Druckmittel verloren hatten, waren weitere Gaskrisen ausgeschlossen. Anders als vielfach behauptet, steht das Ende des Erdgastransits durch die Ukraine in keinem Zusammenhang mit Russlands Großangriff im Jahr 2022.
(11-12/2025, S. 247266)


